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Reise planen
Die letzten Strahlen des Tages: Der Löwe genießt das warme Abendlicht, während eine kühlende Brise durch seine volle Mähne fährt.

Wo es angefangen hat

Selbstfahrer-Safaris in Südafrika

Das Land, in dem meine eigene erste Safari 2015 begann, und das ich am besten kenne. Der Krüger ist einer der wenigen Parks, den du mit einem ganz normalen Auto erkunden kannst. Damit ist er der sanfteste Einstieg ins Selbstfahren, den es gibt.

Parks, in denen ich selbst gefahren bin

Gut zu wissen

Ich habe ein Jahr in Südafrika gelebt und hier im November 2023 meine FGASA-Ausbildung zum Field Guide abgeschlossen.

Einreise

Mit deutschem Pass ist die Einreise bei Ankunft am Flughafen möglich, ein Visum vorab ist nicht erforderlich. Die Aufenthaltsdauer beträgt für Touristen maximal 90 Tage.

Fahren

Links. Für den Krüger reicht ein normaler Mietwagen

Geld

Südafrikanischer Rand. Karte fast überall, Bargeld als Notreserve, mindestens im Wert einer Tankfüllung.

Malaria

Krüger: generelles Risiko, höher in der Regenzeit. Kgalagadi: praktisch keins

Beste Monate

Mai bis September — trocken, kühle Morgen, Tiere am Wasser
Aktuelle Einreiseregeln beim Auswärtigen Amt

Stand: Oktober 2026. Einreisebestimmungen ändern sich, vor der Reise deshalb beim Auswärtigen Amt prüfen.

Wo das liegt
TANSANIA DR KONGO SIMBABWE BOTSWANA NAMIBIA SAMBIA MOSAMBIK ANGOLA Kruger National Park Kgalagadi Transfrontier Park

Grenzen: Natural Earth

Was du für die Planung wissen musst

Krüger-Nationalpark

Wie lange

5 bis 7 Nächte

Unter vier verbringst du die Reise damit, zwischen Camps zu fahren, statt irgendetwas anzusehen. Eine Woche erlaubt dir, stehen zu bleiben, wenn gerade etwas passiert — und genau dann entstehen die guten Sichtungen.

Wann

Mai bis September, trockener Winter

Die besten Monate für Tierbeobachtung. Das Gras ist kurz, der Busch hat sein Laub verloren, und die Tiere sammeln sich an den verbliebenen Wasserstellen. Kühle Morgen, milde Tage, vor Sonnenaufgang im offenen Fahrzeug richtig kalt.

Fahren

Der Park dieser Liste, den du am besten mit einem normalen Mietwagen befahren kannst. Asphalt und gut instand gehaltener Schotter im ganzen Hauptnetz.

Kgalagadi Transfrontier Park

Wie lange

Mindestens 6 Nächte

Allein für die Anreise brauchst du meist knapp zwei Tage, egal ob du aus Windhoek, Kapstadt oder Johannesburg kommst. Plane deshalb unterwegs eine Übernachtung ein, damit du nicht erschöpft im Park ankommst. Im Park selbst solltest du mindestens zwei Nächte an jedem der beiden Flussbetten, Auob und Nossob, verbringen. Nur so bleibt genug Zeit für die Sichtungen, und die Reise fühlt sich nicht wie eine Überführung mit Tieren am Wegesrand an. Je mehr Tage du hast, desto besser, denn die Entfernungen im Park sind groß, und das Beste im Kgalagadi passiert oft dann, wenn du Zeit zum Warten hast.

Wann

März bis Mai und September bis Oktober

März bis Mai und September bis Oktober sind die angenehmsten Monate. Tagsüber ist es warm bis heiß, im September können die Temperaturen mittags über 30 Grad steigen. Nachts und frühmorgens wird es dagegen deutlich kühler, vor allem zu Beginn des Septembers kann es bis in die Nähe des Gefrierpunkts abkühlen. Das solltest du beim Packen und bei der Kleidungsauswahl berücksichtigen: Plane warme Schichten für die frühen Morgenfahrten und die Abende ein, dazu leichte Kleidung für die Mittagshitze.

Fahren

Auf der südafrikanischen Seite des Kgalagadi sind die Pisten generell in gutem Zustand, bestehen aber ausnahmslos aus Schotter und Sand. Auf dem Schotter können scharfe, spitze Steine vorkommen, achte daher auf den richtigen Luftdruck. Plane auch unbedingt einen Ersatzreifen ein. Ein Allradfahrzeug ist hier nicht zwangsläufig nötig, kann das Fahren aber erleichtern, besonders nach Regenfällen. Die drei großen Camps Twee Rivieren, Mata-Mata und Nossob haben Tankstellen und Shops, sodass du dich unterwegs versorgen kannst. Zusätzlich gibt es ausgewiesene 4x4-Trails, die du über SANParks buchen musst. Für einige der kleineren Wildnis-Camps, etwa Bitterpan, ist ein Allradfahrzeug zwingend erforderlich.

Was du hier siehst

Woran Routen scheitern

  • Jede Nacht ein anderes Camp. Das Zusammenpacken kostet die wertvollen frühen Morgenstunden.
  • Die Erlebnisse auf einer Safari lassen sich nicht planen, und genau deshalb solltest du den Tag nicht nach Kilometern einteilen. Eine Leopardensichtung kann so ereignisreich sein, dass man leicht drei Stunden dort steht und zuschaut. Vielleicht hat der Leopard Beute im Baum, eine Hyäne schleicht neugierig vorbei, oder Geier riechen das Aas und lassen sich im Nachbarbaum nieder. Plötzlich ist die Zeit wie im Flug vergangen, und der Vormittag gehört diesem einen Platz. Warten lohnt sich, denn oft passiert genau dann das Besondere, wenn man bleibt. Setz dir deshalb lieber das Motto „Den Vormittag verbringen wir hier“ statt „Heute fahren wir 50 Kilometer“. Plane außerdem einen Plan B ein, falls eine Sichtung länger dauert: eine kürzere Route zurück ins Camp, einen Abschnitt, den du streichen kannst, oder einen Programmpunkt, der sich verschieben lässt. So kannst du in Ruhe bleiben, ohne ständig auf die Uhr zu schauen.
  • Auch das Kleine verdient Aufmerksamkeit. Wer nur auf Löwen und Elefanten achtet, fährt an vielen besonderen Momenten vorbei. Der Mistkäfer zum Beispiel rollt unermüdlich seine Mistkugel über den Weg, immer weiter und weiter, um damit seine Angebetete zu beeindrucken. Solche kleinen Sichtungen bleiben oft am längsten in Erinnerung. Also lieber auch mal anhalten und genauer hinschauen.
  • Die Reifen unterschätzen. Die Pisten bestehen überwiegend aus Schotter und Sand, und auf Wellblechabschnitten und spitzen Steinen leiden die Reifen. Das ist aber gut beherrschbar. Nimm vor der Fahrt etwas Luft aus den Reifen, denn mit weniger Druck fährst du ruhiger, schonst die Reifen und kommst im Sand besser voran. Dazu gehören ein Ersatzrad, das du vor der Abfahrt prüfst, sowie ein Kompressor, mit dem du am Ende der Piste wieder aufpumpen kannst. Wer so vorbereitet ist, kann die Strecken entspannt genießen.
  • Ohne genug Wasser und Sprit für die aktuelle, die nächste und die übernächste Etappe losfahren. Zwischen den Camps gibt es nichts: keine Tankstelle, keinen Laden, kein Wasser und kaum Verkehr. Die Strecken sind lang: Von Twee Rivieren nach Mata-Mata dauert es rund zweieinhalb, nach Nossob gut drei Stunden, und auf Sand und Schotter verbraucht das Auto spürbar mehr als auf Asphalt.

Fragen zu diesem Land

Kann ich den Krüger wirklich mit einem normalen Mietwagen fahren? Krüger-Nationalpark

Ja, mit einem normalen Mietwagen kommst du im Krüger gut zurecht, und genau das unterscheidet ihn von vielen anderen Parks. Das Hauptstraßennetz ist asphaltiert, die Nebenstraßen sind Schotterpisten, die in der Regel aber in gutem Zustand und mit einem normalen Auto problemlos befahrbar sind. Mehr Bodenfreiheit macht das Fahren komfortabler, und durch die höhere Sitzposition lassen sich Tiere im hohen Gras leichter entdecken. Ein Allradfahrzeug eröffnet dir zusätzlich eine Handvoll 4x4-Trails, die du über SANParks buchen musst, verändert die Reise aber nicht grundlegend.

Ist Selbstfahren sicher? Krüger-Nationalpark

Ja, solange du dich an die Regeln hältst, und die sind kurz: im Auto bleiben, außer an ausgewiesenen Stellen, Tempo einhalten und vor Schließung im Camp sein.

Dahinter steht ein einfacher Gedanke: Du bist Gast bei den Tieren. Das Tier hat immer Vorfahrt. Steht ein Tier auf der Straße oder nähert sich dem Auto, machst du Platz, lässt es passieren und hältst genug Abstand, statt dich vorzudrängeln oder näher heranzufahren. Das gilt besonders für Elefanten. Sie wirken oft gemächlich, können aber sehr schnell rennen und ein Auto mühelos überholen. Vor allem Bullen in der Musth, einer hormonell bedingten Phase, sind unberechenbar und können aggressiv reagieren. Achte auf Warnsignale wie aufgestellte Ohren, Kopfschütteln oder Scheinangriffe, und setze im Zweifel lieber zurück und gib dem Tier Raum. Wer geduldig bleibt, wird mit entspannteren Sichtungen belohnt, und das Tier zieht in der Regel von selbst weiter.

Muss ich die Camps vorher buchen? Krüger-Nationalpark

Ja, je früher, desto besser. Zwischen dem 15.12. und dem 15.1. sind in Südafrika Schulferien, dann ist der Krüger extrem voll. Aber auch außerhalb dieser Zeit ist der Süden des Parks durch die vielen internationalen Touristen inzwischen fast ganzjährig gut ausgebucht. Besonders gefragt ist der trockene Winter, weil sich die Tiere dann an den Wasserstellen sammeln und die Sicht im lichten Busch am besten ist. Im grünen Sommer außerhalb der Ferien hast du etwas mehr Spielraum, aber verlass dich im Süden nicht darauf, spontan noch einen Platz zu bekommen. Je früher du buchst, desto größer ist die Auswahl an Camps und Unterkünften.

Sehe ich die „Big Five"? Krüger-Nationalpark

Alle fünf leben im Krüger, aber du solltest nicht mit dieser Erwartung anreisen, denn am Ende wirst du nur enttäuscht. Du kannst dein Glück ein Stück weit erzwingen, etwa indem du früh aufstehst, um Katzen zu sehen, aber garantiert ist nichts, und ein bisschen Glück gehört immer dazu. Meiner Erfahrung nach ist das Nashorn am schwierigsten zu finden. Die Wilderei hat die Tiere scheu gemacht: Sie meiden offenbar Motorengeräusche und halten sich möglichst weit von den Straßen auf. Der Leopard bleibt der Klassiker unter den schwer zu sehenden Tieren, aber das Nashorn ist für mich der echte Prüfstein.

Ist Malaria ein Thema? Krüger-Nationalpark

Der Krüger ist Malariagebiet: Im trockenen Winter ist das Risiko gering, im nassen Sommer deutlich höher. Wer zum ersten Mal reist, sollte deshalb unbedingt vor der Buchung mit dem Arzt sprechen, nicht erst, wenn die Packliste geschrieben wird. Danach entscheidest du, ob du eine Prophylaxe nimmst oder nur Notfalltabletten einpackst. Dazu passt die Anekdote vom Gin Tonic: Die Briten in den Kolonien tranken ihn angeblich gegen das Fieber, weil Tonic Water Chinin enthält, das einst gegen Malaria eingesetzt wurde. Ein hübsches Stück Reisegeschichte, aber kein Schutz. Die Chininmenge im heutigen Tonic ist viel zu gering, also gilt abends: Gin Tonic zum Sundowner, Moskitoschutz und Medikamente vom Arzt.

Brauche ich einen Allrad? Kgalagadi Transfrontier Park

Es kommt darauf an, wohin du willst. Auf den Pisten entlang der Flussbetten, also zwischen den drei großen Camps, zählt Bodenfreiheit mehr als Allrad. Die Strecken sind in der Regel in gutem Zustand, mit einem höheren Fahrzeug kommst du aber entspannter durch, und nach Regenfällen ist es deutlich komfortabler. Bei starken Gewittern können Pisten stellenweise auch für einen normalen Pkw unbefahrbar werden.

Anders sieht es abseits der Flussbetten aus. Die Dünenstrecken zu abgelegenen Zielen, etwa die Einbahnroute nach Bitterpan oder der Weg nach Gharagab, sind nur mit einem richtigen Allradfahrzeug zu bewältigen. Das Gleiche gilt für die ausgewiesenen 4x4-Trails, die du vorab über SANParks buchst. Auch hier gibt es Ausnahmen: Das Wildnis-Camp Kieliekrankie an der südlichen Dünenstraße ist laut SANParks mit normalen Fahrzeugen erreichbar.

Für die gesamte botswanische Seite brauchst du dagegen zwingend einen Allrad. Dort ist tiefer Sand die Regel, und die Routen dürfen nur mit mindestens zwei Fahrzeugen gefahren werden.

Gibt es Elefanten und Nashörner? Kgalagadi Transfrontier Park

Nein, und der Grund ist das Wasser. Der Kgalagadi ist ein Wüstenpark, in dem die Flussbetten Auob und Nossob nur extrem selten Wasser führen und es kaum natürliche Wasserstellen gibt. Flusspferde und Büffel sind auf dauerhaftes Wasser angewiesen und finden hier keinen Lebensraum. Elefanten und Nashörner brauchen große Mengen Wasser und dazu reichlich Futter, das die karge Kalahari mit ihren Dünen und dem dünnen Grasbewuchs nicht bietet. Dafür leben hier Tiere, die mit der Trockenheit zurechtkommen: Raubtiere im offenen Gelände wie Schwarzmähnen-Löwen, Geparden und Leoparden, außerdem Oryxantilopen, Löffelhunde und Erdmännchen. Viele von ihnen kannst du kaum anderswo so gut beobachten.

Wie kalt wird es wirklich? Kgalagadi Transfrontier Park

In den Winternächten von Juni bis August liegen die Temperaturen regelmäßig unter null, in einzelnen Nächten sogar deutlich darunter. Tagsüber wird es dagegen sonnig und angenehm warm, oft um die 25 Grad. Wer nur an Sonne und Hitze denkt, sitzt bei Sonnenaufgang im Auto und bereut es. Am besten bewährt sich das Zwiebelprinzip: Mehrere dünne Schichten lassen sich morgens übereinander tragen und mittags nach und nach ablegen. Plane ein warmes Funktionsshirt, einen Fleecepullover und eine winddichte Jacke ein, dazu Mütze und Handschuhe für die frühen Fahrten. So bist du bei Sonnenaufgang gut gewappnet und zur Mittagszeit nicht überhitzt.

Kann ich nach Botswana hinüber? Kgalagadi Transfrontier Park

Ja, aber es ist ein echter Grenzübertritt mit allen Formalitäten, und die Strecken müssen vorab geplant sein. Kurz zusammengefasst: Die Aus- und Einreise erledigst du in Twee Rivieren, wo sich die südafrikanische und die botswanische Grenzstelle (Two Rivers) ein Gebäude teilen. Sie ist nur von 7:30 bis 16:00 Uhr besetzt. Dafür brauchst du mindestens zwei Nächte im Park, ein Allradfahrzeug und mindestens zwei Fahrzeuge für die Strecken auf der botswanischen Seite. Die Camps dort buchst du getrennt von SANParks. Alle Details findest du im Abschnitt zu den Grenzübertritten. Es lohnt sich, aber es ist keine spontane Entscheidung.

Gibt es Mobilfunk? Kgalagadi Transfrontier Park

In Twee Rivieren meistens. Laut SANParks ist es das einzige Camp mit Handyempfang. In Nossob und Mata-Mata gibt es keinen südafrikanischen Empfang, und auf den Pisten, in den Wildnis-Camps und auf der botswanischen Seite solltest du ebenfalls nicht damit rechnen. Das gehört zum Abenteuer, sollte aber in die Planung einfließen: Lade Offline-Karten herunter, sprich Treffpunkte und Zeiten vorab ab, und sag jemandem, wann du dich wieder meldest. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann sich über den Mietwagenanbieter ein Satellitentelefon leihen. Auf den Satelliten-Notruf neuerer iPhones solltest du dich nicht verlassen, denn er ist in Südafrika und Botswana derzeit nicht verfügbar.

Aufnahmen aus Südafrika