Wo es angefangen hat
Selbstfahrer-Safaris in Südafrika
Parks, in denen ich selbst gefahren bin
Gut zu wissen
Einreise
Fahren
Geld
Malaria
Beste Monate
Stand: Oktober 2026. Einreisebestimmungen ändern sich, vor der Reise deshalb beim Auswärtigen Amt prüfen.
Grenzen: Natural Earth
Was du für die Planung wissen musst
Krüger-Nationalpark
Wie lange
5 bis 7 Nächte
Wann
Mai bis September, trockener Winter
Fahren
Kgalagadi Transfrontier Park
Wie lange
Mindestens 6 Nächte
Wann
März bis Mai und September bis Oktober
Fahren
Was du hier siehst
Woran Routen scheitern
- Jede Nacht ein anderes Camp. Das Zusammenpacken kostet die wertvollen frühen Morgenstunden.
- Die Erlebnisse auf einer Safari lassen sich nicht planen, und genau deshalb solltest du den Tag nicht nach Kilometern einteilen. Eine Leopardensichtung kann so ereignisreich sein, dass man leicht drei Stunden dort steht und zuschaut. Vielleicht hat der Leopard Beute im Baum, eine Hyäne schleicht neugierig vorbei, oder Geier riechen das Aas und lassen sich im Nachbarbaum nieder. Plötzlich ist die Zeit wie im Flug vergangen, und der Vormittag gehört diesem einen Platz. Warten lohnt sich, denn oft passiert genau dann das Besondere, wenn man bleibt. Setz dir deshalb lieber das Motto „Den Vormittag verbringen wir hier“ statt „Heute fahren wir 50 Kilometer“. Plane außerdem einen Plan B ein, falls eine Sichtung länger dauert: eine kürzere Route zurück ins Camp, einen Abschnitt, den du streichen kannst, oder einen Programmpunkt, der sich verschieben lässt. So kannst du in Ruhe bleiben, ohne ständig auf die Uhr zu schauen.
- Auch das Kleine verdient Aufmerksamkeit. Wer nur auf Löwen und Elefanten achtet, fährt an vielen besonderen Momenten vorbei. Der Mistkäfer zum Beispiel rollt unermüdlich seine Mistkugel über den Weg, immer weiter und weiter, um damit seine Angebetete zu beeindrucken. Solche kleinen Sichtungen bleiben oft am längsten in Erinnerung. Also lieber auch mal anhalten und genauer hinschauen.
- Die Reifen unterschätzen. Die Pisten bestehen überwiegend aus Schotter und Sand, und auf Wellblechabschnitten und spitzen Steinen leiden die Reifen. Das ist aber gut beherrschbar. Nimm vor der Fahrt etwas Luft aus den Reifen, denn mit weniger Druck fährst du ruhiger, schonst die Reifen und kommst im Sand besser voran. Dazu gehören ein Ersatzrad, das du vor der Abfahrt prüfst, sowie ein Kompressor, mit dem du am Ende der Piste wieder aufpumpen kannst. Wer so vorbereitet ist, kann die Strecken entspannt genießen.
- Ohne genug Wasser und Sprit für die aktuelle, die nächste und die übernächste Etappe losfahren. Zwischen den Camps gibt es nichts: keine Tankstelle, keinen Laden, kein Wasser und kaum Verkehr. Die Strecken sind lang: Von Twee Rivieren nach Mata-Mata dauert es rund zweieinhalb, nach Nossob gut drei Stunden, und auf Sand und Schotter verbraucht das Auto spürbar mehr als auf Asphalt.
Fragen zu diesem Land
Kann ich den Krüger wirklich mit einem normalen Mietwagen fahren? Krüger-Nationalpark
Ja, mit einem normalen Mietwagen kommst du im Krüger gut zurecht, und genau das unterscheidet ihn von vielen anderen Parks. Das Hauptstraßennetz ist asphaltiert, die Nebenstraßen sind Schotterpisten, die in der Regel aber in gutem Zustand und mit einem normalen Auto problemlos befahrbar sind. Mehr Bodenfreiheit macht das Fahren komfortabler, und durch die höhere Sitzposition lassen sich Tiere im hohen Gras leichter entdecken. Ein Allradfahrzeug eröffnet dir zusätzlich eine Handvoll 4x4-Trails, die du über SANParks buchen musst, verändert die Reise aber nicht grundlegend.
Ist Selbstfahren sicher? Krüger-Nationalpark
Ja, solange du dich an die Regeln hältst, und die sind kurz: im Auto bleiben, außer an ausgewiesenen Stellen, Tempo einhalten und vor Schließung im Camp sein.
Dahinter steht ein einfacher Gedanke: Du bist Gast bei den Tieren. Das Tier hat immer Vorfahrt. Steht ein Tier auf der Straße oder nähert sich dem Auto, machst du Platz, lässt es passieren und hältst genug Abstand, statt dich vorzudrängeln oder näher heranzufahren. Das gilt besonders für Elefanten. Sie wirken oft gemächlich, können aber sehr schnell rennen und ein Auto mühelos überholen. Vor allem Bullen in der Musth, einer hormonell bedingten Phase, sind unberechenbar und können aggressiv reagieren. Achte auf Warnsignale wie aufgestellte Ohren, Kopfschütteln oder Scheinangriffe, und setze im Zweifel lieber zurück und gib dem Tier Raum. Wer geduldig bleibt, wird mit entspannteren Sichtungen belohnt, und das Tier zieht in der Regel von selbst weiter.
Muss ich die Camps vorher buchen? Krüger-Nationalpark
Ja, je früher, desto besser. Zwischen dem 15.12. und dem 15.1. sind in Südafrika Schulferien, dann ist der Krüger extrem voll. Aber auch außerhalb dieser Zeit ist der Süden des Parks durch die vielen internationalen Touristen inzwischen fast ganzjährig gut ausgebucht. Besonders gefragt ist der trockene Winter, weil sich die Tiere dann an den Wasserstellen sammeln und die Sicht im lichten Busch am besten ist. Im grünen Sommer außerhalb der Ferien hast du etwas mehr Spielraum, aber verlass dich im Süden nicht darauf, spontan noch einen Platz zu bekommen. Je früher du buchst, desto größer ist die Auswahl an Camps und Unterkünften.
Sehe ich die „Big Five"? Krüger-Nationalpark
Alle fünf leben im Krüger, aber du solltest nicht mit dieser Erwartung anreisen, denn am Ende wirst du nur enttäuscht. Du kannst dein Glück ein Stück weit erzwingen, etwa indem du früh aufstehst, um Katzen zu sehen, aber garantiert ist nichts, und ein bisschen Glück gehört immer dazu. Meiner Erfahrung nach ist das Nashorn am schwierigsten zu finden. Die Wilderei hat die Tiere scheu gemacht: Sie meiden offenbar Motorengeräusche und halten sich möglichst weit von den Straßen auf. Der Leopard bleibt der Klassiker unter den schwer zu sehenden Tieren, aber das Nashorn ist für mich der echte Prüfstein.
Ist Malaria ein Thema? Krüger-Nationalpark
Der Krüger ist Malariagebiet: Im trockenen Winter ist das Risiko gering, im nassen Sommer deutlich höher. Wer zum ersten Mal reist, sollte deshalb unbedingt vor der Buchung mit dem Arzt sprechen, nicht erst, wenn die Packliste geschrieben wird. Danach entscheidest du, ob du eine Prophylaxe nimmst oder nur Notfalltabletten einpackst. Dazu passt die Anekdote vom Gin Tonic: Die Briten in den Kolonien tranken ihn angeblich gegen das Fieber, weil Tonic Water Chinin enthält, das einst gegen Malaria eingesetzt wurde. Ein hübsches Stück Reisegeschichte, aber kein Schutz. Die Chininmenge im heutigen Tonic ist viel zu gering, also gilt abends: Gin Tonic zum Sundowner, Moskitoschutz und Medikamente vom Arzt.
Brauche ich einen Allrad? Kgalagadi Transfrontier Park
Es kommt darauf an, wohin du willst. Auf den Pisten entlang der Flussbetten, also zwischen den drei großen Camps, zählt Bodenfreiheit mehr als Allrad. Die Strecken sind in der Regel in gutem Zustand, mit einem höheren Fahrzeug kommst du aber entspannter durch, und nach Regenfällen ist es deutlich komfortabler. Bei starken Gewittern können Pisten stellenweise auch für einen normalen Pkw unbefahrbar werden.
Anders sieht es abseits der Flussbetten aus. Die Dünenstrecken zu abgelegenen Zielen, etwa die Einbahnroute nach Bitterpan oder der Weg nach Gharagab, sind nur mit einem richtigen Allradfahrzeug zu bewältigen. Das Gleiche gilt für die ausgewiesenen 4x4-Trails, die du vorab über SANParks buchst. Auch hier gibt es Ausnahmen: Das Wildnis-Camp Kieliekrankie an der südlichen Dünenstraße ist laut SANParks mit normalen Fahrzeugen erreichbar.
Für die gesamte botswanische Seite brauchst du dagegen zwingend einen Allrad. Dort ist tiefer Sand die Regel, und die Routen dürfen nur mit mindestens zwei Fahrzeugen gefahren werden.
Gibt es Elefanten und Nashörner? Kgalagadi Transfrontier Park
Nein, und der Grund ist das Wasser. Der Kgalagadi ist ein Wüstenpark, in dem die Flussbetten Auob und Nossob nur extrem selten Wasser führen und es kaum natürliche Wasserstellen gibt. Flusspferde und Büffel sind auf dauerhaftes Wasser angewiesen und finden hier keinen Lebensraum. Elefanten und Nashörner brauchen große Mengen Wasser und dazu reichlich Futter, das die karge Kalahari mit ihren Dünen und dem dünnen Grasbewuchs nicht bietet. Dafür leben hier Tiere, die mit der Trockenheit zurechtkommen: Raubtiere im offenen Gelände wie Schwarzmähnen-Löwen, Geparden und Leoparden, außerdem Oryxantilopen, Löffelhunde und Erdmännchen. Viele von ihnen kannst du kaum anderswo so gut beobachten.
Wie kalt wird es wirklich? Kgalagadi Transfrontier Park
In den Winternächten von Juni bis August liegen die Temperaturen regelmäßig unter null, in einzelnen Nächten sogar deutlich darunter. Tagsüber wird es dagegen sonnig und angenehm warm, oft um die 25 Grad. Wer nur an Sonne und Hitze denkt, sitzt bei Sonnenaufgang im Auto und bereut es. Am besten bewährt sich das Zwiebelprinzip: Mehrere dünne Schichten lassen sich morgens übereinander tragen und mittags nach und nach ablegen. Plane ein warmes Funktionsshirt, einen Fleecepullover und eine winddichte Jacke ein, dazu Mütze und Handschuhe für die frühen Fahrten. So bist du bei Sonnenaufgang gut gewappnet und zur Mittagszeit nicht überhitzt.
Kann ich nach Botswana hinüber? Kgalagadi Transfrontier Park
Ja, aber es ist ein echter Grenzübertritt mit allen Formalitäten, und die Strecken müssen vorab geplant sein. Kurz zusammengefasst: Die Aus- und Einreise erledigst du in Twee Rivieren, wo sich die südafrikanische und die botswanische Grenzstelle (Two Rivers) ein Gebäude teilen. Sie ist nur von 7:30 bis 16:00 Uhr besetzt. Dafür brauchst du mindestens zwei Nächte im Park, ein Allradfahrzeug und mindestens zwei Fahrzeuge für die Strecken auf der botswanischen Seite. Die Camps dort buchst du getrennt von SANParks. Alle Details findest du im Abschnitt zu den Grenzübertritten. Es lohnt sich, aber es ist keine spontane Entscheidung.
Gibt es Mobilfunk? Kgalagadi Transfrontier Park
In Twee Rivieren meistens. Laut SANParks ist es das einzige Camp mit Handyempfang. In Nossob und Mata-Mata gibt es keinen südafrikanischen Empfang, und auf den Pisten, in den Wildnis-Camps und auf der botswanischen Seite solltest du ebenfalls nicht damit rechnen. Das gehört zum Abenteuer, sollte aber in die Planung einfließen: Lade Offline-Karten herunter, sprich Treffpunkte und Zeiten vorab ab, und sag jemandem, wann du dich wieder meldest. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann sich über den Mietwagenanbieter ein Satellitentelefon leihen. Auf den Satelliten-Notruf neuerer iPhones solltest du dich nicht verlassen, denn er ist in Südafrika und Botswana derzeit nicht verfügbar.