Rote Dünen und Weite
Kgalagadi Transfrontier Park
Über Kgalagadi Transfrontier Park
Der Kgalagadi war Afrikas erster grenzüberschreitender Park: zwei Nationalparks, einer auf jeder Seite einer Grenze, die nicht eingezäunt ist, verwaltet als ein einziges Schutzgebiet. Die Tiere haben diese Grenze nie beachtet, seit dem Jahr 2000 tut es die Verwaltung auch nicht mehr.
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Was den Kgalagadi von allem anderen unterscheidet, ist seine Geografie. Zwei trockene Flussbetten, Auob und Nossob, ziehen sich durch die Dünenfelder, und fast alle Tiere sammeln sich entlang dieser Flussbetten, weil es dort Bohrlöcher mit Wasserstellen gibt. Auch die Pisten verlaufen entlang dieser Flussbetten. So entsteht ein Park mit außergewöhnlich offenen Sichtungen: kein Dickicht, kein Unterholz, nur rote Düne, helles Gras und was darin steht, oft in einer Entfernung, aus der du eine Stunde lang zusehen kannst, ohne etwas zu stören.
Diese Offenheit ist auch ein Grund, warum Fotografen immer wieder kommen. Hier gibt es kein störendes Dickicht: Die Tiere stehen frei im Bild, und vor dem Rot der Dünen, dem hellen Gras und dem meist wolkenlosen Himmel zeichnen sich Oryxantilopen, Springböcke oder Löwen klar ab. In der Golden Hour beginnen die Dünen förmlich zu leuchten, und mit etwas Glück sind an ihren Hängen Leoparden oder Geparden zu sehen.
Wie sich das Fahren anfühlt
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Auf der südafrikanischen Seite des Kgalagadi sind die Pisten generell in gutem Zustand, bestehen aber ausnahmslos aus Schotter und Sand. Auf dem Schotter können scharfe, spitze Steine vorkommen, achte daher auf den richtigen Luftdruck. Plane auch unbedingt einen Ersatzreifen ein. Ein Allradfahrzeug ist hier nicht zwangsläufig nötig, kann das Fahren aber erleichtern, besonders nach Regenfällen.
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Die drei großen Camps Twee Rivieren, Mata-Mata und Nossob haben Tankstellen und Shops, sodass du dich unterwegs versorgen kannst. Zusätzlich gibt es ausgewiesene 4x4-Trails, die du über SANParks buchen musst. Für einige der kleineren Wildnis-Camps, etwa Bitterpan, ist ein Allradfahrzeug zwingend erforderlich.
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Die botswanische Seite des Kgalagadi ist eine ganz andere Welt und nur mit einem Allradfahrzeug befahrbar. Die Pisten bestehen überwiegend aus tiefem Sand, mit einem normalen Auto kommst du hier nicht weiter. Hier gibt es keine großen Camps mit Tankstellen oder Shops, sondern nur einfache, abgelegene Campingplätze.
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Du bist komplett auf dich gestellt und musst im Voraus planen: genug Treibstoff für die gesamte Strecke, ausreichend Wasser und Proviant sowie Ersatzreifen und Bergungsausrüstung. Wer hier unterwegs ist, sollte Erfahrung im Sandfahren mitbringen und die Route sorgfältig vorbereiten. Dafür wird man mit echter Wildnis und Einsamkeit belohnt.
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Auf der südafrikanischen Seite sind die Wege zwischen den Camps lang, und dazwischen gibt es keine Tankstelle. Tanke deshalb in jedem der drei großen Camps (Twee Rivieren, Mata-Mata, Nossob) nach, bevor du weiterfährst, und rechne den Spritverbrauch auf Sand und Schotter großzügig, denn er liegt höher als auf Asphalt.
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Nimm ausreichend Trinkwasser mit, besonders im heißen Sommer, und gönne dir auch bei kurzen Etappen einen Puffer. Ein Ersatzrad samt Werkzeug und Kompressor gehört fest in die Routenplanung, denn eine Panne fernab der Camps bedeutet oft eine lange Wartezeit, bis jemand vorbeikommt. Die Camps schließen abends ihre Tore, und auch das solltest du bei der Zeitplanung für längere Strecken im Blick behalten.
Auf der botswanischen Seite gilt das alles in noch deutlich stärkerem Maß. Dort gibt es weder Tankstellen noch Shops, und du musst Treibstoff, Wasser, Proviant und Ausrüstung entsprechend für die gesamte Strecke einplanen.
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Im Kgalagadi gibt es nur in Twee Rivieren Handyempfang, in Nossob und Mata-Mata nicht (in Mata-Mata manchmal ein namibisches Netz). In den Wildnis-Camps und auf den Pisten dazwischen bist du in der Regel ohne Netz. Das gehört zum Abenteuer: einmal ganz abschalten, mitten in der Weite der Kalahari. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann sich über den Mietwagenanbieter ein Satellitentelefon mieten. Auf den Satelliten-Notruf neuerer iPhones solltest du dich nicht verlassen, denn er ist in Südafrika und Botswana derzeit nicht verfügbar.
Wann du fahren solltest
März bis Mai und September bis Oktober
März bis Mai und September bis Oktober sind die angenehmsten Monate. Tagsüber ist es warm bis heiß, im September können die Temperaturen mittags über 30 Grad steigen. Nachts und frühmorgens wird es dagegen deutlich kühler, vor allem zu Beginn des Septembers kann es bis in die Nähe des Gefrierpunkts abkühlen. Das solltest du beim Packen und bei der Kleidungsauswahl berücksichtigen: Plane warme Schichten für die frühen Morgenfahrten und die Abende ein, dazu leichte Kleidung für die Mittagshitze.
Juni bis August
Der Winter ist die klassische Beobachtungszeit. Die Tage sind meist sonnig und klar, die Nächte und frühen Morgenstunden dagegen bitterkalt. Warme Kleidung in mehreren Schichten gehört deshalb unbedingt ins Gepäck. Dafür sind die Raubtiersichtungen an den Wasserlöchern jetzt am besten, denn die Tiere sind auf das Wasser angewiesen und kommen regelmäßig zum Trinken.
Dezember bis Februar
Im Sommer zeigt sich der Kgalagadi von seiner lebendigsten Seite. Nach den ersten Regenfällen färbt sich das Gras grün, die Springböcke setzen ihre Jungen, und auch Greifvögel sind jetzt zahlreich im Park. Die Hitze gehört allerdings dazu: Mit Temperaturen von über 40 °C solltest du rechnen, und die Mittagsstunden verbringen Mensch und Tier am besten im Schatten. Am Nachmittag ziehen zudem oft kräftige Gewitter auf. Sie können die Pisten stark in Mitleidenschaft ziehen, sodass der Park mit einem normalen Pkw stellenweise unbefahrbar wird. Ein Fahrzeug mit mehr Bodenfreiheit ist in dieser Zeit deshalb die sicherere Wahl.
Was das für deine Planung heißt
01
Die Entfernungen sind die Schwierigkeit
Fahrerisch ist auf den Hauptpisten nichts technisch. Anspruchsvoll ist, dass das nächste Camp Stunden entfernt ist, dazwischen keine Tankstelle liegt und dir niemand entgegenkommt.
02
Grenzübertritt im Kgalagadi
Zwei Länder, ein Park, zwei Regelwerke. Innerhalb des Parks gibt es keine Grenzkontrolle: Wer die botswanische Seite besucht und den Park wieder durch das Land verlässt, durch das er eingereist ist, braucht keinen Pass. Formalitäten sind erst nötig, wenn du den Park über ein anderes Land verlässt. Das ist ein echter Grenzübertritt, der nicht spontan passiert.
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Botswana
Vorbereitung: Du brauchst mindestens zwei Nächte auf der südafrikanischen Seite. Dazu kommen ein Allradfahrzeug, mindestens zwei Fahrzeuge für die Strecken in Botswana und die separate Buchung der dortigen Camps.
Twee Rivieren: Hier erledigst du die Ausreise aus Südafrika und die Einreise nach Botswana. Beide Grenzstellen (Twee Rivieren und Two Rivers) teilen sich ein Gebäude am Eingangstor und sind nur von 7:30 bis 16:00 Uhr besetzt.
Weiterfahrt: Danach fährst du in den botswanischen Teil und verlässt den Park später über eines der botswanischen Gates (Two Rivers, Mabuasehube oder Kaa).
Namibia über Mata-Mata
Vorbereitung: Auch hier brauchst du mindestens zwei Nächte im Park. Am Fahrzeug muss der schwarz-weiße „ZA“-Aufkleber kleben.
Twee Rivieren: Auf südafrikanischer Seite gibt es in Mata-Mata keine Grenzstelle. Die Ausreise aus Südafrika (Immigration und Zoll) erledigst du daher vorab in Twee Rivieren.
Mata-Mata: Hier läuft nur die Einreise nach Namibia mit Passkontrolle und Zoll. Bei der Einreise wird eine Straßengebühr fällig (laut SANParks 242 Rand pro Fahrzeug und 154 Rand pro Anhänger).
Zeit: Namibia stellt im Winter eine Stunde zurück (vom ersten Sonntag im April bis zum ersten Sonntag im September). Das ist wichtig für die Zeitplanung und die Gateschließung.
Ausnahme: Wer von Namibia aus nur einreist und über Mata-Mata wieder nach Namibia zurückfährt, braucht keine südafrikanische Einreise. Er muss nur die Namibia-Seite bei der Rückkehr abfertigen lassen.
03
Die Camps sind lange im Voraus ausgebucht
Wer im Kgalagadi übernachten will, muss früh dran sein, und zwar wirklich früh. SANParks schaltet die Buchungen etwa elf Monate im Voraus frei, und gerade die kleinen Wildnis-Camps, wegen derer viele überhaupt herkommen, sind oft innerhalb kürzester Zeit vergeben. Manche Reisende stellen sich deshalb sogar nachts den Wecker, um sich die Plätze zu sichern, sobald sie auf der SANParks-Seite freigeschaltet werden. Plane deshalb zuerst den Reisezeitpunkt und buche dann, sobald das Buchungsfenster öffnet.
Aus meinen eigenen Fahrten
Wenn du weit entfernt vom nächsten Dorf und in selten befahrenen Gebieten unterwegs bist, packe Notfall-Nahrung und ein Satellitentelefon oder ein anderes Kommunikationsgerät ein. Seriöse Mietwagenanbieter bieten einen Teil davon als Zusatzausstattung an, gegen Gebühr und nur auf Anfrage vorab.
Wie viel Zeit du einplanen solltest
Mindestens 6 Nächte
Allein für die Anreise brauchst du meist knapp zwei Tage, egal ob du aus Windhoek, Kapstadt oder Johannesburg kommst. Plane deshalb unterwegs eine Übernachtung ein, damit du nicht erschöpft im Park ankommst. Im Park selbst solltest du mindestens zwei Nächte an jedem der beiden Flussbetten, Auob und Nossob, verbringen. Nur so bleibt genug Zeit für die Sichtungen, und die Reise fühlt sich nicht wie eine Überführung mit Tieren am Wegesrand an. Je mehr Tage du hast, desto besser, denn die Entfernungen im Park sind groß, und das Beste im Kgalagadi passiert oft dann, wenn du Zeit zum Warten hast.
Die Camps, und was sie bedeuten
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Twee Rivieren
Das Eingangscamp im Süden und das größte. Es hat Tankstelle, Laden, einen Pool und als einziges Camp im Park ein Restaurant, das Frühstück und Abendessen à la carte serviert. Es ist außerdem das einzige Camp mit verlässlichem Mobilfunk.
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Nossob
Das Camp liegt tief im Park am Nossob-Flussbett, nah an der Grenze zu Botswana, und ist abgelegen und heiß. Es ist die klassische Adresse für die Schwarzmähnen-Löwen. Mit Tankstelle, Laden und Pool ist es zugleich ein wichtiger Versorgungspunkt. Hier tankst du noch einmal voll, bevor du auf den 4x4-Trail nach Botswana aufbrichst.
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Auch zum Wildnis-Camp Bitterpan geht es von hier aus los: Die Strecke führt als Einbahnstraße über sandige Dünen und ist nur mit Allrad befahrbar. Plane vorab eine Übernachtung in Nossob ein, denn dort musst du für Bitterpan einchecken, und die Fahrt dauert gut zweieinhalb bis drei Stunden. Und noch ein Tipp: Im Laden gibt es hausgemachte Roosterkoek, über der Glut geröstete Brötchen, die du dir nicht entgehen lassen solltest.
03
Mata-Mata
Das Camp liegt am Auob-Flussbett im Westen des Parks, direkt an der Grenze zu Namibia. Es ist das kleinste der drei Haupt-Camps und deutlich ruhiger als Twee Rivieren. Die Fahrt den Auob hinauf von Twee Rivieren (rund 120 km) gilt als sanft und ist oft eine gute Wahl für Geparden-Sichtungen.
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Mata-Mata hat einen Pool, ein Wasserloch mit Beobachtungsstand direkt am Camp sowie eine Tankstelle und einen kleinen Laden. Südafrikanischen Handyempfang gibt es nicht, dafür gelegentlich namibischen. Wer von Bitterpan über die Dünen kommt, erreicht die Auob-Piste kurz vor Mata-Mata. Das Camp ist außerdem der Grenzübergang nach Namibia, mit den Regeln aus dem Abschnitt zu den Grenzübertritten.
04
Die Wildnis-Camps
Sechs kleine, nicht eingezäunte Camps, weit draußen in der Einöde der Kalahari, mit nur wenigen Einheiten und ohne Laden und Tankstelle. Hier bist du ganz allein mit der Wildnis und den Geräuschen des Busches, und mit etwas Glück läuft ein Löwe direkt an deiner Unterkunft vorbei. Genau das macht sie so besonders. Deshalb sind sie der Grund, warum viele immer wieder zurückkommen, und deshalb sind sie am schnellsten ausgebucht.
Für die Kamera
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Der Nossob verläuft ungefähr von Nord nach Süd, der Auob von Nordwest nach Südost. Das Licht fällt deshalb die meiste Zeit des Tages von der Seite auf die Piste. Entscheidend ist, wo das Wasserloch liegt: Je nach Lage und Tageszeit hast du die Sonne im Rücken, wenn die Tiere trinken, oder direkt im Gegenlicht.
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Ein Wasserloch, das am Morgen perfekt beleuchtet ist, kann am Abend im Gegenlicht liegen. Plane deshalb, welches du wann ansteuerst, und achte darauf, auf welcher Seite der Piste du hältst. Eine große Hilfe ist das Buch „Kgalagadi Self-Drive“ von der Familie van den Berg (zusammen mit Jaco Powell). Es beschreibt die Routen mit Wasserlöchern, Entfernungen und Fahrzeiten, sodass du deine Fototouren gezielt planen kannst.
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Das Highlight im Kgalagadi ist die freie Sicht: Kaum ein störender Busch steht im Weg, und du hast eine klare Sicht auf die Tiere, wodurch beeindruckende Aufnahmen möglich sind.
Was schiefgeht
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Die Reifen unterschätzen. Die Pisten bestehen überwiegend aus Schotter und Sand, und auf Wellblechabschnitten und spitzen Steinen leiden die Reifen. Das ist aber gut beherrschbar. Nimm vor der Fahrt etwas Luft aus den Reifen, denn mit weniger Druck fährst du ruhiger, schonst die Reifen und kommst im Sand besser voran. Dazu gehören ein Ersatzrad, das du vor der Abfahrt prüfst, sowie ein Kompressor, mit dem du am Ende der Piste wieder aufpumpen kannst. Wer so vorbereitet ist, kann die Strecken entspannt genießen.
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Ohne genug Wasser und Sprit für die aktuelle, die nächste und die übernächste Etappe losfahren. Zwischen den Camps gibt es nichts: keine Tankstelle, keinen Laden, kein Wasser und kaum Verkehr. Die Strecken sind lang: Von Twee Rivieren nach Mata-Mata dauert es rund zweieinhalb, nach Nossob gut drei Stunden, und auf Sand und Schotter verbraucht das Auto spürbar mehr als auf Asphalt.
Was oft gefragt wird
Brauche ich einen Allrad?
Es kommt darauf an, wohin du willst. Auf den Pisten entlang der Flussbetten, also zwischen den drei großen Camps, zählt Bodenfreiheit mehr als Allrad. Die Strecken sind in der Regel in gutem Zustand, mit einem höheren Fahrzeug kommst du aber entspannter durch, und nach Regenfällen ist es deutlich komfortabler. Bei starken Gewittern können Pisten stellenweise auch für einen normalen Pkw unbefahrbar werden.
Anders sieht es abseits der Flussbetten aus. Die Dünenstrecken zu abgelegenen Zielen, etwa die Einbahnroute nach Bitterpan oder der Weg nach Gharagab, sind nur mit einem richtigen Allradfahrzeug zu bewältigen. Das Gleiche gilt für die ausgewiesenen 4x4-Trails, die du vorab über SANParks buchst. Auch hier gibt es Ausnahmen: Das Wildnis-Camp Kieliekrankie an der südlichen Dünenstraße ist laut SANParks mit normalen Fahrzeugen erreichbar.
Für die gesamte botswanische Seite brauchst du dagegen zwingend einen Allrad. Dort ist tiefer Sand die Regel, und die Routen dürfen nur mit mindestens zwei Fahrzeugen gefahren werden.
Gibt es Elefanten und Nashörner?
Nein, und der Grund ist das Wasser. Der Kgalagadi ist ein Wüstenpark, in dem die Flussbetten Auob und Nossob nur extrem selten Wasser führen und es kaum natürliche Wasserstellen gibt. Flusspferde und Büffel sind auf dauerhaftes Wasser angewiesen und finden hier keinen Lebensraum. Elefanten und Nashörner brauchen große Mengen Wasser und dazu reichlich Futter, das die karge Kalahari mit ihren Dünen und dem dünnen Grasbewuchs nicht bietet. Dafür leben hier Tiere, die mit der Trockenheit zurechtkommen: Raubtiere im offenen Gelände wie Schwarzmähnen-Löwen, Geparden und Leoparden, außerdem Oryxantilopen, Löffelhunde und Erdmännchen. Viele von ihnen kannst du kaum anderswo so gut beobachten.
Wie kalt wird es wirklich?
In den Winternächten von Juni bis August liegen die Temperaturen regelmäßig unter null, in einzelnen Nächten sogar deutlich darunter. Tagsüber wird es dagegen sonnig und angenehm warm, oft um die 25 Grad. Wer nur an Sonne und Hitze denkt, sitzt bei Sonnenaufgang im Auto und bereut es. Am besten bewährt sich das Zwiebelprinzip: Mehrere dünne Schichten lassen sich morgens übereinander tragen und mittags nach und nach ablegen. Plane ein warmes Funktionsshirt, einen Fleecepullover und eine winddichte Jacke ein, dazu Mütze und Handschuhe für die frühen Fahrten. So bist du bei Sonnenaufgang gut gewappnet und zur Mittagszeit nicht überhitzt.
Kann ich nach Botswana hinüber?
Ja, aber es ist ein echter Grenzübertritt mit allen Formalitäten, und die Strecken müssen vorab geplant sein. Kurz zusammengefasst: Die Aus- und Einreise erledigst du in Twee Rivieren, wo sich die südafrikanische und die botswanische Grenzstelle (Two Rivers) ein Gebäude teilen. Sie ist nur von 7:30 bis 16:00 Uhr besetzt. Dafür brauchst du mindestens zwei Nächte im Park, ein Allradfahrzeug und mindestens zwei Fahrzeuge für die Strecken auf der botswanischen Seite. Die Camps dort buchst du getrennt von SANParks. Alle Details findest du im Abschnitt zu den Grenzübertritten. Es lohnt sich, aber es ist keine spontane Entscheidung.
Gibt es Mobilfunk?
In Twee Rivieren meistens. Laut SANParks ist es das einzige Camp mit Handyempfang. In Nossob und Mata-Mata gibt es keinen südafrikanischen Empfang, und auf den Pisten, in den Wildnis-Camps und auf der botswanischen Seite solltest du ebenfalls nicht damit rechnen. Das gehört zum Abenteuer, sollte aber in die Planung einfließen: Lade Offline-Karten herunter, sprich Treffpunkte und Zeiten vorab ab, und sag jemandem, wann du dich wieder meldest. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann sich über den Mietwagenanbieter ein Satellitentelefon leihen. Auf den Satelliten-Notruf neuerer iPhones solltest du dich nicht verlassen, denn er ist in Südafrika und Botswana derzeit nicht verfügbar.
Grenzen: Natural Earth