Die Wasserstellen arbeiten für dich
Etosha-Nationalpark
Über Etosha-Nationalpark
Die Pfanne gibt Etosha seinen Namen und seinen Charakter. Sie misst rund 4.800 Quadratkilometer, ein Viertel des Parks, und ist so groß, dass man sie aus dem Weltraum sieht. Meistens liegt sie als weiße, flirrende Leere da, auf der fast nichts wächst und über der in der Hitze Luftspiegelungen tanzen.
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Wasser bekommt sie nur in der Regenzeit, und auch dann nur in guten Jahren. Dann füllt der Regen die Flüsse im Norden und Osten. Der Ekuma speist sich aus dem Lake Oponono, der Oshigambo kommt aus Südangola, der Omuramba Ovambo aus dem Nordosten. Sie laufen in die Pfanne, und zwischen Januar und April steht dort ein flacher See, meist nur 30 bis 40 Zentimeter tief. In manchen Jahren versickert das Wasser schon unterwegs in den Flussbetten, bevor es die Pfanne erreicht. Trinken können es weder Zebra noch Elefant, denn der Salzgehalt liegt oft doppelt so hoch wie im Meer. Für Flamingos und Pelikane ist dieser See dagegen ein Brutplatz. Die Säugetiere meiden die Pfanne selbst und leben an ihren Rändern.
Darin steckt die ganze Logik des Parks. Es gibt keinen ständig wasserführenden Fluss, also hängen die Tiere an einer Kette von Wasserstellen am Südrand der Pfanne. Manche speisen sich aus Quellen, deren Wasser aus den Dolomiten des Otavi-Berglands kommt, andere sind künstlich angelegt. Die Straßen verbinden genau diese Wasserstellen. Du fährst nicht suchend umher. Du suchst dir eine Wasserstelle, hältst, machst den Motor aus und wartest. Im Lauf von ein, zwei Stunden kommt der gesamte „Busch“ zu dir. Ein Beispiel: Erst stehen ein paar Zebras am Wasser, dann schieben sich Oryx und Springböcke dazu, und irgendwann taucht eine Elefantenfamilie auf. So läuft es aber nicht jedes Mal, jede Wasserstelle und jeder Tag schreibt sein eigenes Drehbuch. Am eindrucksvollsten ist es in der Trockenzeit von Mai bis Oktober, weil sich die Tiere dann an den Wasserlöchern konzentrieren. Mit den ersten Regen im November ändert sich das Bild: Die Herden verteilen sich über die Ebenen, und die Wasserstellen werden ruhiger.
Wer am Wasserloch wartet, sollte seinen Standort über die Stunden anpassen, denn die Sonne wandert. Was am Morgen im Gegenlicht liegt, kann am späten Vormittag perfekt von der Seite beleuchtet sein. Rück also ruhig mehrmals mit dem Fahrzeug um, sofern es der Platz zulässt.
Genauso wichtig ist, flexibel zu bleiben. Ein Vogel im Flug oder zwei kämpfende Oryxantilopen verlangen eine kurze Verschlusszeit, bei der du jeden Moment einfrierst. Kommt dagegen ein Nashorn oder eine Giraffe zum Trinken und du willst das Tier als Teil der Landschaft zeigen, geht es weniger um die Verschlusszeit als um die Blende. Stell dich also darauf ein, deine Einstellungen von Situation zu Situation zu wechseln.
Wie sich das Fahren anfühlt
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Die Hauptstrecken sind Schotterpisten und werden sehr gut instand gehalten. Ein normales Fahrzeug mit etwas Bodenfreiheit kommt darauf sehr gut zurecht, ein Allradfahrzeug ist nicht zwingend nötig.
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Die typischen Probleme in Etosha haben wenig mit dem Fahrzeug zu tun, sie liegen in der Planung. Das Wichtigste ist der Sprit. Die Distanzen sind größer, als sie auf der Karte wirken, und im Park fährst du langsam.
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Im Westen gibt es keine Tankstelle. Die letzte Möglichkeit zu tanken ist Okaukuejo. Fahr dort mit vollem Tank los, auch wenn der Zeiger noch recht weit oben steht. Das Dolomite Camp liegt rund 180 Kilometer von Okaukuejo entfernt. Wer das Camp erreicht und wieder zurückfährt, hat damit allein auf der Strecke etwa 360 Kilometer gemacht. Dazu kommen die Fahrten zu den Wasserstellen rund um das Camp, von denen es dort mehr als 15 gibt. Rechne mit insgesamt 450 bis 550 Kilometern, je nachdem, wie viel du im Westen unterwegs bist.
Mit einer Tankfüllung kommst du dabei je nach Fahrzeug an die Grenze. Eine grobe Überschlagsrechnung: Ein Geländewagen mit 80 Litern Tank verbraucht auf Schotter oft 11 bis 13 Liter auf 100 Kilometer. Damit reichen 80 Liter für etwa 600 bis 700 Kilometer, ein Puffer von 100 bis 150 Kilometern bleibt. Bei einem kleineren Tank oder einem durstigen Fahrzeug wird es knapp. Dann solltest du einen vollen Kanister mitnehmen, am besten gesichert auf der Ladefläche oder im Kofferraum, nicht im Innenraum. Rechne vor der Abfahrt kurz nach, mit dem Verbrauch deines Fahrzeugs und deiner geplanten Route.
Wer den Westen über das Galton Gate wieder verlässt, hat es leichter. Die nächste Tankstelle außerhalb des Parks ist Kamanjab. Wer dagegen nach Okaukuejo zurückfährt, muss mit dem auskommen, was er mitgebracht hat.
Das Zweite ist die Zeit. Viele unterschätzen, wie lange man für die Strecken zwischen den Camps braucht, vor allem, wenn man an Wasserstellen hält, was man ja soll. Plane lieber eine Etappe weniger ein, als am Ende gehetzt anzukommen.
Das Dritte sind die Toiletten. Außerhalb der Camps gibt es so gut wie keine, und wo es welche gibt, sind es meist einfache Plumpsklos in schlechtem Zustand. Nutz die Camps also bewusst als Pausen, auch für diesen Zweck.
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Außerhalb der Camps und der ausgewiesenen Stellen darfst du nicht aussteigen, und die Tore der Camps schließen in der Dämmerung.
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Eine Übernachtung im Park lohnt sich in vielerlei Hinsicht. Du bist im ersten Licht an der Wasserstelle und sparst dir lange Anfahrten. Außerdem kannst du abends an den Wasserlöchern bleiben, die von den Camps aus einsehbar sind. So beobachtest du die Tiere auch dann, wenn die Tore längst geschlossen sind und niemand mehr fahren darf.
Wann du fahren solltest
Juni bis Oktober, Trockenzeit
Das ist die Zeit, für die man nach Etosha kommt. Das Land ist trocken und staubig, der Busch kahl, die Sicht weit. Das letzte Wasser steht an den Wasserstellen, und alles, was lebt, kommt dorthin. Die Tiere sind so berechenbar wie sonst kaum irgendwo, und du erlebst Szenen, die du nicht vergisst. Der Mai ist ein guter Einstieg mit milden Tagen, der Oktober wird heiß und staubig, belohnt dich aber mit dichtem Treiben an den Wasserlöchern.
November bis April, Regenzeit
Etosha zeigt sich hier von einer anderen Seite. Nach den ersten Gewittern wird das Land grün, überall stehen Jungtiere im frischen Gras, und die Herden verteilen sich über die Ebenen. In guten Regenjahren füllt sich die Pfanne, Flamingos und Pelikane kommen zum Brüten, und Zugvögel bringen Farbe in den Park.
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Die Regenzeit ist Nebensaison, es ist weniger los, und die Preise sind oft niedriger. Eine Ausnahme ist die Ferienzeit im Dezember, wenn der Park voll sein kann. Es ist Sommer, die Tage sind heiß und von Januar bis März oft schwül, am Nachmittag bauen sich Gewitter auf. Die Wasserstellen verlieren etwas von ihrer Anziehung, dafür bekommst du Stimmung, Gewitterhimmel und ein ganz anderes Etosha. Als Klassiker für die erste Reise gilt die Trockenzeit, aber wer Vögel und Landschaft liebt, wird die Regenzeit nicht bereuen.
Was das für deine Planung heißt
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Eine beleuchtete Wasserstelle ist eine Planungsentscheidung
Wenn die Tore am Abend schließen, beginnt in Etosha eine zweite Vorstellung, und für die hast du die beste Eintrittskarte, wenn du im Park übernachtest. Die Camps Okaukuejo, Halali und Namutoni haben jeweils eine eigene beleuchtete Wasserstelle, die du zu Fuß erreichst. Du schnappst dir einen Platz am Zaun, ein kühles Getränk in der Hand, und wartest, was die Nacht bringt. Dann tauchen Schatten aus dem Dunkel auf. Mit etwas Glück ist es ein Nashorn, das lautlos zum Wasser tritt, eine Elefantenfamilie, die sich in Ruhe satt trinkt, oder ein Löwe, der den Platz für sich beansprucht. Garantiert ist das nie, aber genau das macht den Reiz aus.
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Wer es noch intensiver mag, fährt in den Westen nach Olifantsrus. Dort führt ein Holzsteg zu einem zweistöckigen Beobachtungsstand, der fast mitten in der Wasserstelle zu stehen scheint. Unten sitzt du nur wenige Meter vom Wasser entfernt hinter Glas, oben blickst du von oben auf das Geschehen. Wenn eine Elefantenherde zum Trinken kommt, bist du ihr so nah, wie du es selten erlebst, und doch völlig sicher. Olifantsrus ist ein kleines, ruhiges Campingcamp mit nur wenigen Stellplätzen. Für alle, die gern im Zelt oder Dachzelt schlafen, ist das ein echtes Highlight.
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Warten schlägt Fahren
Strecke zu machen ist in Etosha nicht die richtige Taktik. Du kannst an einem Tag ruhig mehrere Wasserstellen besuchen, solltest aber an jeder eine Weile bleiben. Wer den Motor ausmacht und Geduld mitbringt, sieht deutlich mehr als jemand, der jede Wasserstelle nur im Vorbeifahren mitnimmt.
Aus meinen eigenen Fahrten
Die Trockenzeit, etwa Juni bis Oktober, ist am besten für Tierbeobachtungen: Die Tiere sammeln sich an den Wasserstellen, und die Vegetation ist weniger dicht.
Wie viel Zeit du einplanen solltest
Mindestens 4 Nächte
Lang genug, um in zwei verschiedenen Camps zu schlafen und ihre Wasserstellen nach Toreschluss zu besuchen.
Die Camps, und was sie bedeuten
Die drei großen Camps
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Okaukuejo (Süden)
Das größte Camp im Park, etwa 17 km vom Andersson Gate entfernt und damit der übliche Startpunkt. Es hat Restaurant, Tankstelle und Laden. Die Wasserstelle zählt zu den berühmtesten im Park und ist von den Unterkünften leicht zu Fuß erreichbar. Einige Chalets liegen direkt mit Blick darauf. Durch die Nähe zum Gate kann es hier in der Hochsaison voll werden.
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Halali (Mitte)
Das kleinste der drei Camps, am Fuß eines Dolomit-Hügels auf halber Strecke zwischen Okaukuejo und Namutoni. Es ist ruhiger als Okaukuejo und hat ein Restaurant, Chalets und einen Zeltplatz. Die Wasserstelle mit Aussichtsplattform ist ebenfalls außergewöhnlich. Sie liegt allerdings etwas weiter von den Unterkünften entfernt, sodass manche Gäste mit dem Auto hinfahren.
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Namutoni (Osten)
Das Camp liegt um ein altes Fort und ist über das Von Lindequist Gate erreichbar. Die Wasserstelle ist nicht so außergewöhnlich wie die beiden anderen, da sie stark mit Schilf bewachsen ist.
Gehobenere Lodges und ein Zeltcamp
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Dolomite Camp
Im Westen, Zufahrt über das Galton Gate.
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Onkoshi Camp
Mit Blick auf die Salzpfanne. Gäste werden von Namutoni aus mit Parkfahrzeugen gebracht.
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Olifantsrus
Zeltcamp im Nordwesten mit einem zweistöckigen Hide an einer Wasserstelle.
Für die Kamera
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Sonnenuntergang: Silhouetten
Belichte auf den hellen Himmel, sodass Giraffen, Akazien oder Elefanten dunkel erscheinen. Besonders schön wirken klare Konturen und ein reduzierter Bildaufbau.
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Salzpfanne: Minimalismus
Nutze die helle Fläche als ruhigen Hintergrund. Ein einzelner Oryx oder Strauß wirkt besonders eindrucksvoll, wenn du viel freien Raum im Bild lässt.
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Staubschutz nicht vergessen: Etosha kann sehr staubig sein. Nimm ein Mikrofasertuch und einen verschließbaren Beutel für die Kamera mit. Objektivwechsel möglichst vermeiden, wenn Staub aufwirbelt.
Was schiefgeht
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Zu spät mit der Rückfahrt beginnen. Ein häufiger Planungsfehler ist, bis kurz vor Toresschluss am letzten Wasserloch zu bleiben. Dann reicht eine überraschende Tiersichtung, eine langsame Piste oder eine Umleitung, um den Zeitpuffer aufzubrauchen. Besser ist es, die Rückfahrt so zu planen, dass man mit ausreichend Abstand zur Schließzeit am Camp oder am Ausgang ankommt. So ist es kein Problem, wenn eine spontane oder außergewöhnliche Tiersichtung auf dem Weg zum Camp dazwischenkommt.
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Außerhalb des Parks schlafen, um zu sparen. Dann kommst du nach dem besten Licht an und fährst, bevor es wiederkommt. Außerdem verpasst du die Magie der beleuchteten Wasserlöcher im Dunkeln, wenn der Park wieder nur den Tieren gehört und keiner mehr herumfahren darf.
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Den Westteil des Parks mit zu wenig Benzin oder Diesel bereisen. Letzte Tankmöglichkeit ist in Okaukuejo. Kanister noch vollmachen und dann in den Westteil fahren. Sonst ist man in seiner Kilometerzahl sehr begrenzt, und der Westen ist schön, da er deutlich weniger von Touristen besucht wird.
Was oft gefragt wird
Brauche ich einen Allrad?
In der Regel nicht. Die Hauptstraßen sind gut gepflegte Schotterpisten, die mit einem normalen Fahrzeug befahrbar sind, am besten mit etwas Bodenfreiheit. In der Regel sind auch die Nebenstraßen gut befahrbar und ein Allrad nicht zwingend erforderlich.
Wann ist die beste Zeit?
Die besten Chancen für Tierbeobachtungen bieten sich von Juni bis Oktober. In der Trockenzeit konzentriert sich das Leben an den Wasserstellen. Dort spielt sich dann der Großteil des Geschehens ab.
Die grüne Saison hat dagegen ihren ganz eigenen Reiz: Sie ist ruhiger, landschaftlich wunderschön und voller Leben. Durch die üppige Vegetation verteilen sich die Tiere jedoch stärker im Park, sodass Sichtungen schwieriger werden.
Sehe ich Nashörner?
Etosha ist einer der besten Orte Afrikas, um Spitzmaulnashörner zu beobachten. Insbesondere abends an den beleuchteten Wasserstellen hast du gute Chancen, welche zu sehen. Dennoch ist eine Sichtung nicht garantiert.
Gibt es Flusspferde oder Krokodile?
Nein, da es keinen Fluss gibt, der ständig Wasser führt. Daher gibt es auch keine Büffel.
Lässt sich das mit Sossusvlei verbinden?
Die meisten Routen kombinieren das, aber dazwischen liegen lange Fahrtage über Asphalt- und Schotterpisten. Wer unbedingt in den Etosha und ins Sossusvlei möchte, sollte genug Zeit einplanen, mindestens 14 Tage.
Grenzen: Natural Earth