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Reise planen
Das Wahrzeichen des Matobo-Nationalparks: Die rund geschliffenen Granitfelsen, kunstvoll übereinandergestapelt, prägen das ikonische Landschaftsbild des Matobo-Nationalparks in Simbabwe.

Wild und still

Selbstfahrer-Safaris in Simbabwe

Das leerste der sechs Länder, und das, das am meisten von dir verlangt. Weniger Fahrzeuge, weniger Gewissheiten, und eine Wildnis, die sich tatsächlich unverwaltet anfühlt.

Parks, in denen ich selbst gefahren bin

Gut zu wissen

Simbabwe belohnt Vorbereitung mehr als alle anderen. Route, Jahreszeit und Fahrzeug müssen zusammenpassen. Häufige Polizeikontrollen sind an der Tagesordnung.

Einreise

Visum bei Ankunft oder eVisum, rund 30 USD für eine Einreise, 30 Tage. Wer mit einem Mietwagen einreist, muss an der Grenze einen „Agent“ beauftragen. Er bürgt dafür, dass der Mietwagen das Land auch wieder verlässt und nicht verkauft wird (Stichwort Hinterziehung von Einfuhrzöllen). Man erhält dann ein Dokument, das bei jeder Polizeikontrolle vorzuzeigen ist. Auf dieses Dokument gut aufpassen, es darf nicht verloren gehen.

Fahren

Links. Sprit und Bargeld gehören in die Planung, nicht in die Improvisation.

Geld

In Simbabwe ist der US-Dollar das gängige Zahlungsmittel, da die lokalen Währungen einer exorbitanten Inflation unterliegen. Die aktuelle Landeswährung (Stand 2026) ist der Zimbabwe Gold (ZiG), der tatsächlich deutlich wertstabiler ist als alle seine Vorgänger. Dennoch ist der US-Dollar das Zahlungsmittel der Wahl.

Malaria

Überall ein allgemeines Risiko, höher in der Regenzeit.

Beste Monate

Die Trockenzeit, April bis Oktober oder November.
Aktuelle Einreiseregeln beim Auswärtigen Amt

Stand: Oktober 2026. Einreisebestimmungen ändern sich, vor der Reise deshalb beim Auswärtigen Amt prüfen.

Wo das liegt
TANSANIA DR KONGO SÜDAFRIKA BOTSWANA NAMIBIA MOSAMBIK ANGOLA Mana Pools National Park

Grenzen: Natural Earth

Was du für die Planung wissen musst

Mana-Pools-Nationalpark

Wie lange

4 Nächte oder mehr

Plane mindestens vier Nächte ein. Die Anreise ist weit und fordernd, aber sie gehört zum Abenteuer. Vier Nächte sind außerdem aus mehreren Gründen sinnvoll: Mana Pools gehört zu den wenigen Nationalparks im südlichen Afrika, in denen man auch zu Fuß unterwegs sein darf, und das ist der eigentliche Grund für einen längeren Aufenthalt. Zu Fuß erlebt man Elefanten, Büffel, Antilopen und mit etwas Glück auch Löwen und Wildhunde auf Augenhöhe, ohne Fahrzeug dazwischen. Man liest Spuren, bleibt stehen, wartet und lernt, sich leise zu bewegen. Das braucht Zeit und mehr als einen Versuch. Geführte Walking-Safaris mit einem erfahrenen Guide sind dafür der sicherste Weg. Erfahrene Besucher können in bestimmten Bereichen auch selbstständig losziehen, sollten dabei aber genau wissen, was sie tun. Ergänzen lässt sich das durch Fahrten im eigenen Fahrzeug, wobei die Pisten am Fluss entlang besonders lohnen, und durch Bootstouren oder Kanufahrten auf dem Sambesi, bei denen man Flusspferde und Krokodile vom Wasser aus sieht. Beim Verlassen des Parks bietet sich gegebenenfalls eine Übernachtung an den Chitake Springs an, der einzigen Quelle weit und breit. Erwarte dort aber keinen Komfort: Das Einzige, was die Zeltplätze zu bieten haben, ist ein Plumpsklo, und ein Platz hat nicht einmal das.

Wann

Mai bis Oktober, Trockenzeit

Die trockenen Monate, etwa von Mai bis Oktober, sind die Zeit, um die herum du deine Reise nach Mana Pools planen solltest. Je trockener das Landesinnere wird, desto mehr Wild zieht an den Sambesi und zu den Pools, denn hier gibt es als Letztes Wasser und frisches Grün. Ab Mai kommen die Tiere nach und nach an den Fluss, und die Flussebene füllt sich mit Elefanten, Büffeln, Antilopen und den Raubtieren, die ihnen folgen. Im September und Oktober ist die Dichte auf der Flussebene am höchsten, und du siehst die Tiere in Mengen, wie es sie nur hier gibt. Die Hitze erreicht dann allerdings ihren Höhepunkt, mit Temperaturen von über 30 °C. Plane Aktivitäten also für die frühen Morgen- und späten Nachmittagsstunden und lege mittags eine Pause im Schatten ein.

Fahren

Mana Pools liegt weit abgeschieden: Rund 40 km von der asphaltierten Hauptstraße entfernt beginnt der Nationalpark, und das Highlight, der Uferbereich am Sambesi, liegt sogar etwa 70 km von ihr entfernt. Der Weg dorthin führt über Allradpisten, die sich durch Busch und Mopane-Wälder ziehen. Die Anreise ist Teil des Abenteuers: Mit jedem Kilometer wird es stiller und wilder, bis sich der Sambesi zwischen Akazien, Leberwurst- und Feigenbäumen vor dir ausbreitet. Diesen Park erreichst du nicht nebenbei, hier musst du planen. Essen, Trinkwasser und Sprit müssen für die gesamte Reise genügen. Aber dafür wirst du mit einem der ursprünglichsten Naturerlebnisse Afrikas belohnt.

Was du hier siehst

Woran Routen scheitern

  • Die falsche Reisezeit wählen: Im Kernzeitraum der Regenzeit sind große Teile des Parks nicht befahrbar, weil die Pisten aufweichen und Flussläufe anschwellen. Wer dann anreist, kommt entweder gar nicht hinein oder riskiert, im Schlamm stecken zu bleiben. Auch der Beginn der Regenzeit hat seine Eigenheiten: Mit den ersten Regenfällen wandern viele Tiere ins Landesinnere ab, weil es dort wieder Wasser und frisches Grün gibt. Du siehst dann weniger Wildtiere, dafür ist der Park deutlich ruhiger. Für Fotografen mit Fokus auf viele Tiere ist die Trockenzeit meist die bessere Wahl. Wer Ruhe und Stimmung sucht, kann den Saisonbeginn bewusst wählen, sollte aber mit weniger Sichtungen rechnen.
  • Nicht autark genug unterwegs sein Mana Pools ist abgelegen, und im Notfall ist Hilfe weit entfernt. Daher gehört zur Vorbereitung: Wasser und Lebensmittel: ausreichend Vorrat für die gesamte Reise, plus Reserve. Der nächste Supermarkt ist in Karoi oder in Kariba. Reifen: zwei Ersatzreifen, die beide voll funktionsfähig sein sollten, also mit ausreichend Luftdruck und intaktem Profil. Ein Reifen allein reicht auf den Pisten oft nicht. Auch ein Kompressor gehört zur Ausstattung, ebenso der Wagenheber. Treibstoff: genug Sprit für die gesamte Strecke inklusive Pirschfahrten und, wenn möglich, ein Reservekanister. Strom: Ein Solarpanel am Fahrzeug ist hilfreich, um den Kühlschrank dauerhaft zu betreiben, ohne die Batterie zu leeren. Gas zum Kochen: immer genug mitnehmen. Notfalls kannst du Wasser vom Campingplatz abkochen, etwa für Kaffee oder Nudeln.
  • Die Walking Permit zu unbedarft nutzen Dass man in Mana Pools zu Fuß unterwegs sein darf, ist ein Privileg, aber kein Freifahrtschein. Du bist hier zu Gast bei den Tieren, und die Regeln machen sie, nicht du: Du musst dich nach ihnen richten. Wer die Permit leichtfertig nutzt, bringt sich und andere in Gefahr. Sei dir der Risiken bewusst: Büffel: Vor allem einzelgängerische alte Bullen gelten als unberechenbar und aggressiv. Sie sind im hohen Gras oder Gebüsch leicht zu übersehen. Elefanten: Sie wirken oft gelassen, können aber schnell umschlagen. Besonders vorsichtig sein bei Muttertieren mit Kalb und bei Bullen in der Musth. Geh nie zwischen Mutter und Jungtier und gib ihnen immer einen Fluchtweg. Hippos: Sie gehören zu den gefährlichsten Tieren Afrikas. Geh nie zwischen ein Hippo und das Wasser, und rechne besonders in der Dämmerung und nachts mit Tieren an Land. Löwen: Sie sind oft gut getarnt und tauchen unerwartet auf. Halte die Augen offen und such tagsüber die Schatten der Bäume ab, um eine Überraschung zu vermeiden. Falls du doch das Glück hast, welche zu treffen: Bleib ruhig, nach Möglichkeit in der Gruppe und in einer Reihe hintereinander. Vermeide hektische Bewegungen. Entferne dich langsam und rückwärts, den Löwen oder das Rudel immer im Blick. Beachte außerdem: Behalte immer Wind, Umgebung und Rückzugsmöglichkeiten im Blick, auch wenn du durch den Sucher schaust. Das perfekte Foto ist es nicht wert, einem Tier zu nahe zu kommen. Lieber ein Bild weniger als ein Risiko zu viel. Wenn du dich unsicher fühlst, zieh dich ruhig zurück oder buche zumindest zu Beginn einen erfahrenen Guide, der dir das Verhalten der Tiere erklärt.

Fragen zu diesem Land

Darf ich wirklich ohne Guide zu Fuß gehen? Mana-Pools-Nationalpark

Ja, und genau das macht Mana Pools so besonders. Der Park gehört zu den ganz wenigen Orten in Afrika, an denen man die Tiere auch ohne Begleitung zu Fuß erleben darf. Das ist ein echtes Privileg, aber es kommt mit einer klaren Bedingung: Du bist auf eigene Gefahr unterwegs, und zwar im wörtlichen Sinn. Es gibt keine Zäune und keinen Schutz. Löwen, Büffel und Elefanten bewegen sich auf demselben Boden. Wer ohne Guide losgeht, sollte also Erfahrung im Lesen von Tierverhalten mitbringen. Für den Einstieg ist eine geführte Walking Safari die sicherere und lehrreichere Wahl.

Wann ist geöffnet? Mana-Pools-Nationalpark

Mana Pools ist ein klassischer Trockenzeit-Park. Geöffnet ist er in der Regel ab der Jahresmitte bis zum Beginn der Regenzeit. Die genauen Öffnungszeiten können sich von Jahr zu Jahr verschieben. Lass dir die Daten für dein Reisejahr deshalb bestätigen, bevor du Unterkünfte, Flüge oder Mietwagen buchst.

Saison: Zugänglich ist der Park typischerweise von April/Mai bis November. In dieser Zeit sind die Pisten befahrbar, die Camps und Lodges geöffnet, und die Tiere sammeln sich zunehmend am Fluss, je trockener das Land wird.

Schließung in der Regenzeit: Von Dezember bis März, teilweise sogar bis April, ist der Park weitgehend geschlossen oder nur schwer erreichbar. Heftige Regenfälle verwandeln die Zufahrtsstraßen in unpassierbare Schlammpisten, und auch die Start- und Landebahnen für Flugzeuge können nicht mehr genutzt werden. Die meisten Lodges und Camps schließen in diesem Zeitraum ebenfalls.

Gibt es Nashörner? Mana-Pools-Nationalpark

Nein, leider nicht mehr. Die Nashörner von Mana Pools wurden vor Jahrzehnten von Wilderern ausgerottet. Das ist ein trauriges Kapitel der Parkgeschichte, und es gehört zu einer ehrlichen Beschreibung dazu. Dafür erwarten dich andere Highlights: große Elefantenherden, Büffel, Löwen, Wildhunde und Flusspferde.

Welches Fahrzeug brauche ich? Mana-Pools-Nationalpark

Du brauchst ein Allradfahrzeug, mit dem du dich im Zweifel selbst wieder freibekommst. Die Anfahrt über die A1 ist gut geteert und stark befahren, hier gibt es keine Probleme. Erst im Park selbst wird es anspruchsvoller: Die Pisten auf der Flussebene bestehen stellenweise aus Sand oder weichem Boden. Falls du dort einmal steckenbleibst, ist es ratsam, eine Schaufel und einen Kompressor dabeizuhaben, um den Reifendruck anzupassen und dich selbst wieder herauszuarbeiten. Auch die zwei einsatzbereiten Ersatzreifen gehören zur Grundausstattung. Mit dieser Vorbereitung bist du in Mana Pools gut aufgestellt.

Wie voll ist es? Mana-Pools-Nationalpark

Mana Pools ist vergleichsweise leer, denn der Park richtet sich an erfahrene Selbstfahrer und Abenteurer. Genau das macht seinen Reiz aus: Du kannst Tiere erleben, ohne dir einen Platz mit zehn anderen Fahrzeugen teilen zu müssen, und oft bist du allein mit der Landschaft und den Tieren. Die Kehrseite ist, dass es kaum Infrastruktur gibt. Alles, was du brauchst, muss mit dir in den Park kommen: Wasser, Lebensmittel, Treibstoff und Gas. Nur Brennholz kannst du im Park kaufen.

Aufnahmen aus Simbabwe